Schokolade

Essen statt Trinken

Genug an den Tassen genippt - es wurde Zeit, dass die Trinkschokolade der festen Schokolade Platz machte. Dies konnte allerdings nur durch ein paar technische Neuerungen passieren. Viele der Namen, die mit diesen Erfindungen verknüpft sind, haben auch heute noch einen vertrauten Klang, denn sie stehen auf zahlreichen Verpackungen guter Eß- und Trinkschokolade.

Pralinen1828 entwickelte der Niederländer Coenraad Van Houten eine Presse, mit deren Hilfe er die Kakaomasse in Kakaobutter und Kakaopulver trennen konnte. Letzteres ersetzte den bisher üblichen Trinkkakao, da es sich durch eine spezielle Bearbeitung - das Alkalisieren - besser in Wasser oder Milch auflösen ließ.

Die erste richtige Essschokolade entstand 1847 und wurde von der englischen Firma "J.S. Fry & Sons" vertrieben, ab 1850 wurde diese Süßigkeit durch die Zugabe von Kakaobutter verfeinert.

Erst 1875 gelang es als erstem dem Schweizer Daniel Peter, der Schokolade Milchpulver von Nestlé hinzu zu fügen und erschuf damit eine der auch heute noch beliebtesten Sorten: die Milchschokolade.

SchokostückMit weiteren Erfindungen wie speziellen Walzen zur Verfeinerung der Schokolade und dem von Rodolphe Lindt entwickelten Verfahren des Conchierens wurde die Schokolade nicht nur immer feiner, schmelzender und kostbarer, es standen auch neue Möglichkeiten der Verwendung offen, zum Beispiel als Fondantschokolade, für Pralinenfüllungen, als Überzug oder für die Herstellung von Figuren aus Schokolade. Die Zutaten für die klassischen Sorten sind standardisiert: In Bitterschokolade sind lediglich Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter, Emulgatoren sowie in geringen Spuren Milchfett enthalten. Milchschokolade enthält zusätzlich Milchpulver und Milchfett. In weißer Schokolade ist keine Kakaomasse enthalten.

Dabei zeigte sich die Schokolade auch als Spiegelbild der wirtschaftlichen und politischen Situation. In Kriegszeiten in Europa wurde sie rar und kostbar, da die exotischen Grundzutaten wie der Kakao und Zucker nicht mehr importiert werden konnten.