Schokolade

Überall in Europa

Kontakte zwischen den Adelshäusern und vor allem auch die Verbindungen zwischen den Klöstern dürften dafür gesorgt haben, dass der Kakao sich rasch weiter in Europa verbreitete. So kam er - nach Portugal - zuerst nach Italien. Hier begann die Schokolade einige Wandlungen durchzumachen. Gerade die Adeligen experimentierten damit, dem Kakao intensive Duftstoffe wie Jasmin, Limonen- und Zitronenschalen und Vanille beizufügen. Diese Rezepte wurden damals zum Teil eifersüchtig gehütet - heute sind einige davon für jeden zugänglich im Internet zu finden (siehe Linkseite). Nicht zuletzt wegen der kostbaren Zutaten blieb der Kakao weiterhin ein Getränk allein für den Adel und die Reichen des Landes.

TrinkschokoladeNach Frankreich kam die Schokolade Gerüchten zufolge durch Anne von Österreich, die Tochter des Königs Philipp III von Spanien, die an seinem Hof aufgewachsen war und auch nach ihrer Heirat 1615 mit dem französischen Thronfolger Ludwig XIII nicht ohne ihr geliebtes Kakaogetränk bleiben wollte.
1660 heiratete Ludwig XIV. die spanische Infantin Marķa Teresa, zu deren Leidenschaften das Schokoladentrinken gehörte, und dann erst wurde der Kakao am französischen Hofe und darüber hinaus zu einer feinen und begehrten Angelegenheit - wiederum nur als Privileg für die Adeligen.

Das änderte sich erst, als die Schokolade um 1650 nach England kam. Anders als in Frankreich, das ein Handelsmonopol für Kakao eingeführt hatte und den Vertrieb genau kontrollieren konnte, nahmen sich viele kleine Händler dem Geschäft mit den teuren Bohnen an und somit wurden sie für jedermann - der reich genug war - zugänglich. Es etablierten sich Kaffeehäuser, in denen auch Tee und Kakao angeboten wurden, obschon die Schokolade das mit Abstand teuerste Getränk war. Daraus ergibt auch auch, dass die englischen Rezept für die Zubereitung wieder einfacher wurden - der Rohstoff Kakao war schon teuer genug, ohne noch aufwändige Zubereitungen und kostbaren Gewürze hinzufügen zu müssen.